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Exkursionsfahrt zur KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof

11.04.2019

 

 

Am Mittwoch 27. März 2019 fuhren wir, die Klassen 10a/b, in das ca. drei Stunden entfernte ehemalige Konzentrationslager nach Natzweiler-Struthof(Frankreich). Herr Eisel und Frau Franck begleiteten die Fahrt, um einen Einblick in die konkreten Auswirkungen der nationalsozialistischen Diktatur zu erhalten.

 

Als wir gegen 11:00 Uhr an der Gedenkstätte ankamen, wurden zuerst unsere Taschen kontrolliert, bevor wir das Grundstück betreten durften. Im Anschluss an die Taschenkontrolle, ging es für uns an die erste Informationsstation 

 

Alle versammelten sich und uns wurde über die Baracken berichtet, in denenseinerzeit pro Baracke mindestens 150 Inhaftierte festgesetzt waren. Jeden Tag mussten die Inhaftierten Zwangsarbeit leisten. Sowohl im, als auch außerhalb des Lagers befanden sich die verschiedensten Arbeitsstätten, zu denen die Deportierten täglich marschierten und unter unmenschlichen Bedingungen und unter ständiger Kontrolle ihre Arbeit leisten mussten. Wurden die Arbeiten nicht so ausgeführt wie vom Kommandanten befohlen, drohten den Gefangenen körperliche Gewalt, die durch die unwürdigen Lebensbedingungen und allgemeine Unterernährung meist zum Tod führte. 

Da die Gefangenen auch bei ihrer Rückkehr von den Arbeitsstätten ins KZ kontrolliert wurden, mussten selbst diejenigen, die während der Arbeit ihr Leben ließen, mit zurück ins Lager gebracht werden. 

An einer höher gelegenen Stelle im Konzentrationslager, befand sich der Ort, an dem der Kommandant des Lagers seinerzeit Befehle und Anweisungen gab. Beispielsweise, wenn die Inhaftierten nach der Arbeit ihre Blöcke aufsuchen sollten. Das Ende unseres ersten Anhaltepunkts im ehemaligen Lager  hatte einen symbolischen Charakter, da wir den Weg der höher gelegenen Stelle hinunter ins KZ liefen. Dieser Abstieg zeigte das klare Über- Unterordnungsverhältnis zwischen dem Kommandant und den Gefangenen und die allgemeine Teilung der Menschen in zwei Klassen. 

Ein Gefangener hatte menschlich keinen Wert und der Kommandant konnte jederzeit über sein Schicksal richten. Die Wertlosigkeit des einzelnen Menschen wurde uns beim Ankommen an einem „Galgen“ bewusst. Herr Eisel berichtete uns von einem Zeitzeugenbericht, der beschrieb wie sich ein Verurteilter „des Lebens überdrüssig“ an den Galgen begab und sich selbst, zwangsbeobachtet durch alle anderen Inhaftierten, den Strick umlegen musste. Nach wenigen „Zuckungen“ fand dieser am Galgen den Tod. Eine Schülerin meinte im Anschluss, dass dies das Schrecklichste war, was sie jemals gesehen habe, da hier die Menschen wirklich gedemütigt wurden.

 

Als wir an der zweiten Station ankamen, hielten wir auf dem Weg an und sahen auf der rechten Seite einen von mehreren Aufsehertürmen. Verließ ein Gefangener die Abgrenzungen und begab sich versehentlich auf die Wiese, hatte der Aufseher den Befehl diesen zu erschießen. Solche Befehle waren zu dieser Zeit nicht ungewöhnlich. Ebenso wurde, wenn der Fliegeralarm ertönte, die gesamte Beleuchtung des Lagers ausgeschaltet, sodass kein Mensch und keine Baracke für den Angreifer/Beobachter erkennbar waren. 

 

 

Der Weg führte unsere Gruppe nun weiter ins Lager hinein bis zu einer kleinen Baracke, die wir betreten durften. Wir gingen durch die Baracke und betrachteten die Zellen, in denen mehrere Inhaftierte mehrere Tage blieben. Dies galt als Strafe auf einer „Stufenskala“ von verschiedenen Vergehen und den dazugehörigen Strafen. In der Zelle gab es lediglich eine Art „Toilette“, die die Inhaftierten notdürftig nutzen konnten und um nicht gänzlich zu verhungern gab es gelegentlich Wasser und Brot. Die zweite Stufe der o. g. Stufenskala beinhaltete einen 42-tägigen Zeitraum, in dem die Inhaftierten nichts als Wasser und Brot als Nahrungsmittel bekamen und in einer Zelle mit bis zu 18 weiteren Inhaftierten eingeschlossen waren. Stufe 3 der Skala sah eine Inhaftierung in einer Zelle vor, in der man weder stehen noch richtig sitzen konnte. Zum Liegen war diese nicht groß genug, da sie lediglich die Größe eines Heizungsschachts aufwies. Auf Wasser und Brot wurde bei dieser Strafe verzichtet, sodass die Gefangenen sowohl im Sommer, als auch im Winter, dort Grausamstes erleiden mussten. Ob je ein Gefangener diese Zelle lebendig verlassen hat, ist nicht überliefert. 

 

Neben dem Eingang der Gefängnisbaracke war ein Raum, in dem ein Prügelbock stand, der für „leichtere“ Vergehen genutzt wurde. Die Anzahl der Prügel richtete sich nach der Schwere des Vergehens. Beispielsweise wurde Diebstahl von Essen mit fünf Schlägen bestraft, Arbeitsverweigerung jedoch mit 15 Schlägen. Der Inhaftierte musste während seiner Prügelstrafe die einzelnen Schläge laut mitzählen. Wenn er sich verzählte, wurde erneut begonnen. 

 

Im Anschluss betraten wir das Krematorium, der Ort an dem die Leichen verbrannt wurden. Was von den Leichen noch verwendet werden konnte, wie beispielsweise die Haare, die zu Wolle verarbeitet und später zum Nähen von Uniformen genutzt werden konnte, wurde vor dem Verbrennen von den Leichen abgetrennt. Die Asche der Verbrannten oder auch Aschereste innerhalb des Ofens, wurden in eine Urne aus Ton gefüllt und an die Familien der Getöteten verschickt mit einem beiliegenden Beileidsschein. Für die Zusendung dieser Urne mussten die Hinterbliebenen die SS bezahlen. Die Inhaftierten wurden gegen Ende des Krieges auch bei lebendigem Leibe verbrannt, weil das vorherige zu viel Zeit in Anspruch nahm. Auch Experimente, wie man sie heute aus Tierlaboren kennt, wurden an den Menschen durchgeführt, auch wenn es für die jeweiligen Zusammensetzungen der Medikamente keine medizinische Grundlage gab.

Besonders bekannt geworden ist der Mord an 86 jüdischen Gefangenen aus dem KZ Auschwitz, die nach Natzweiler-Struthof gebracht wurden und dort in der, ebenfalls von uns besichtigten, Gaskammer getötet wurden. 

Gemeinsam legten wir nach einer Gedenkminute an der so genannten „Aschegrube“ zum stillen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus weiße Tulpen in Form eines Herzens nieder.

 

Zuletzt konnten wir in einem Museum weitere Informationen über die grausamen Zustände im Konzentrationslager erhalten, was auch den Abschluss unserer Führung bedeutete.

 

Insgesamt starben im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof durch Haftfolgen, Hunger, Kälte, Krankheiten und gezielte Tötungen 22 000 Menschen.

 

Das Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz hat die Durchführung der Exkursionsfahrt mit einem Fahrtkostenzuschuss von 40 % unterstützt.

 

 

Sophia Nisen und Sina Sander, 

Klasse 10a der Realschule plus Am Reichswald Ramstein-Miesenbach

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Exkursionsfahrt zur KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof

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