DaF/DaZ Unterricht

Unser schulinternes Konzept

Unter dem folgenden Link können Sie unser schulinternes Konzept zur Förderung der deutschen Sprache (DaF)  herunterladen.

Konzept zur Förderung der deutschen Sprache


"Schule ist mein Zuhause"

Im dritten Stock der Realschule plus in Ramstein hört man hinter einer Tür lautes Lachen. Kevin, der aus Serbien kommt, erzählt gerade seinen Mitschülern, wie er mit seiner 10-köpfigen Familie abends am Esstisch sitzt. Im Deutschkurs für Fortgeschrittene (7.-10. Klasse) bei Frau Mader haben sich die Schüler  gegenseitig interviewt und stellen ihren Banknachbarn nun vor der ganzen Klasse vor. 

 

Nicht nur für den Besucher ist es interessant zu hören wie viele unterschiedliche Nationen hier in einem Raum sitzen, sondern auch für die Schüler selbst.
Gerade stellt die 16- jährige Habibe, die aus dem Kosovo kommt, den ebenfalls 16-jährigen Martin aus Ungarn vor, der erst seit einem Jahr in Deutschland ist. Man erfährt, dass Habibe Krankenschwester werden möchte und Martin Arzt. 

Hohe Ziele haben sich die beiden gesetzt. Eraj möchte Ingenieur werden, er ist 17 und ist mit seinem Bruder Siam, der ebenfalls in der Klasse sitzt, aus Afghanistan geflohen. Beide sind erst seit 7 Monaten hier. Emma stellt uns Siam vor. Wir erfahren, dass er Angst vor dem Krieg hat und Pilot werden möchte. Seit Montag ist er auch in der Ganztagsschule und froh darüber, denn nun kann er auch am Nachmittag noch Deutsch sprechen und seiner Leidenschaft nachgehen, dem Sport, denn die Realschule plus hat ein breites Angebot im Nachmittagsbereich. Ein anderer Schüler murmelt bei diesem Thema vor sich hin: "Die Schule ist wie ein Zuhause."
Stocken die Schüler bei ihrer Präsentation hilft ihnen Frau Mader, die gleichzeitig sehr darauf achtet, dass die Schüler in ganzen Sätzen sprechen und nicht ablesen.

Es klingelt. Einige Schüler verlassen den Saal, andere bleiben sitzen und einige kommen hinzu. Nun ist der Anfängerkurs an der Reihe. Die Schüler beschäftigen sich gerade mit dem Thema  "Küche" und mussten hierzu als Hausaufgabe die Namen und Artikel verschiedener Küchenutensilien aufschreiben und malen.

Heute steht auch noch das Hörverstehen auf dem Programm. Zwei Familienmitglieder unterhalten sich über das abendliche Fernsehprogramm und die Schüler müssen herausbekommen, welche Sendung um wieviel Uhr im Fernsehen läuft. Keine leichte Aufgabe für die Schüler, die somit aber gleich ein paar bekannte deutsche Fernsehsender und Serien kennenlernen.


Schaut man zur selben Zeit aus dem Fenster sieht man den Deutschkurs der 5 und 6 Klässler bei strahlendem Sonnenschein im Pausenhof. Fabienne Thum, die gerade ihr Berufspraktikum als Erzieherin macht und Jana Bauer (FSJlerin) möchten, dass die Schüler die neue erlernten Begriffe nicht nur benennen und schreiben, sondern auch erfassen können. Also sind sie mit ihrer Deutschgruppe in den Hof gekommen und die Kinder suchen gerade Würmer, Gras und Steine.

Überall schwärmen sie im Schulhof herum und hoffen auch eine Schnecke zu finden, den Namen des Tieres haben sie gerade gelernt. 


(Marie Schondelmaier - FSJlerin, Fabienne Thum, Jana Bauer und Schülerinnen des Deutschkurses Klasse 5 und 6)

 

An der Realschule plus gibt es bereits seit dem letzten Schuljahr ein gut ausgearbeitetes Unterrichtskonzept für Schüler, die erst seit kurzem in Deutschland sind. 70 Schüler, die weniger als ein Jahr in Deutschland sind, gehen aktuell auf die Realschule plus. Frau Mader, die mit einer vollen Stelle als Lehrkraft nur für den DAF/DaZ Unterricht eingestellt wurde, wird von einem großen Team unterstützt, um diesen Schülern Deutsch beizubringen. 3 weitere Lehrkräfte verstärken stundenweise das Team  beim Deutschunterricht der 7.-10. Klasse. Weiterhin im Team mitwirkend ist eine FSJlerin und 2 pensionierte Lehrer, die sich einmal die Woche ehrenamtlich um die Flüchtlingskinder kümmern.
In der 5.-6. Klasse unterrichten zwei weitere Lehrkräfte, unterstützt durch Mitarbeiterinnen des Jugendbüros.

Das schulinterne Konzept für Nichtsprachler unterteilt diese zunächst nach Klassenstufen und nach ihren Deutschkenntnissen. So gibt es in jedem Bereich zwei Gruppen, die Anfänger und die Fortgeschrittenen. Die Anfängergruppe hat in der Woche 23 Stunden Deutschunterricht und die Fortgeschrittenen 17. Die restliche Zeit verbringen die Schüler in ihren Klassen, denn eine erfolgreiche Integration ist mehr als nur Sprachförderung, sie umfasst auch andere Kompetenzbereiche, die die Schüler intensiver in ihren Regelklassen erlernen können. Wie lange die Schüler in den jeweiligen Kursen bleiben ist unterschiedlich, da hier individuell auf die Bedürfnisse und Fortschritte der Lernenden eingegangen wird. Am Ende steht jedoch bei allen die vollkommene Integration in den Regelunterricht auf dem Programm.

(B.Pfannenstiel)